Workshop Zivilgerichtsklausur – JP Juristische Probeexamina
Nächste Workshops 2026:
25.4./26.4.
30.10./31.10.
Teilnehmerzahl: max. 10 Teilnehmer/innen
Zielgruppe: Referendar/innen
Kursdauer: Wochenendkurs (Sa./So.)
Dozenten: Dr. Florian Metz, Emanuel Benning (LLM, MSc)
Der Workshop richtet sich an Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare, die ihre Vorbereitung im Zivilprozessrecht gezielt auf die statistisch dominierenden Klausurtypen und Prüfungsschwerpunkte der Zweiten Juristischen Staatsprüfung ausrichten möchten (Top 5-Klausurtypen ZPO).
Im Mittelpunkt des Workshops steht eine vertiefte Auseinandersetzung mit zivilprozessualen Klausureinkleidungen und -themen, die in den vergangenen Jahren in den zivilrechtlichen Examensklausuren am häufigsten geprüft wurden (Top 5-Klausurtypen ZPO). Unsere Auswertung von Examensklausuren zeigt, dass bestimmte zivilprozessuale Klausurkonstellationen und Problembereiche sehr häufig – teilweise sogar mehrfach in nur einem Examenstermin – Gegenstand der Prüfung sind. Die Auswertung der Prüfervermerke zeigt, dass bei den dominierenden Klausurtypen besonderes Augenmerk gelegt wird auf schwerpunkt- und praxisorientierte Erörterungen sowie sichere Arbeit mit den Kommentaren (hier vor allem Thomas/Putzo ZPO).
Die Kursinhalte orientieren sich konsequent an diesen empirischen Erkenntnissen. Wir werden nicht das gesamte Zivilprozessrecht wiederholen oder einzelne Bereiche umfassend, aber oberflächlich behandeln. Vielmehr konzentrieren wir uns bewusst auf die Top 5-Klausurthemen aus der ZPO, die in Ihrem anstehenden Examenstermin mit hoher Wahrscheinlichkeit geprüft werden. Überdurchschnittliche bis weit überdurchschnittliche Klausur- und Examensergebnisse lassen sich deutlich einfacher durch eine exzellente Bearbeitung dieser Top 5-Klausurtypen erzielen als durch außergewöhnliche Leistungen in seltenen oder exotischen Konstellationen. Dazu bedarf es in der Examensvorbereitung einer Ressourcenallokation orientiert an der Examensstatistik sowie einer intensiven strukturellen Auseinandersetzung mit den dominierenden Klausureinkleidungen und -themen.
Der Kurs behandelt die examensrelevanten Top 5-Klausurtypen im Hinblick auf die ZPO, vor allem Beweiswürdigung, Widerklage und Aufrechnung, Einspruch gegen Versäumnisurteil und examensrelevante Erledigungskonstellationen. Dabei wird das Augenmerk gelegt auf professionelle Arbeit mit Kommentaren und auf praxisnahe Darstellung im Urteils- und Gutachtenstil. Zur Einordnung und Vertiefung werden zudem typische Herangehensweisen aus gängigen Repetitorien und Lehrbüchern kritisch analysiert und verschiedene Darstellungsoptionen transparent gemacht. Der Workshop basiert auf einem innerhalb der letzten zehn Jahre entwickelten (unveröffentlichten) Skript unter Auswertung der Examensstatistik und der Inhalte von Prüfervermerken, das sich bewusst auf wenige zentrale Konstellationen beschränkt.
Der Workshop soll Ihnen helfen, Ihre Strategien, Techniken und Fertigkeiten bei den dominierenden Klausurtypen auf die spezifischen Anforderungen des Assessorexamens auszurichten. So liegt etwa bei Beweiswürdigungen im Zweiten Examen das entscheidende Differenzierungspotential nicht auf Ebene einer schematischen Reproduktion floskelhafter Formulierungen zur Darlegungs- und Beweislastverteilung oder einer Definition des Maßstabs gemäß § 286 Abs. 1 ZPO, sondern insbesondere auf Ebene
• einer sicheren Identifikation des vom Klausurersteller angelegten und vom Prüfervermerk favorisierten „richtigen“ Ergebnisses der Beweiswürdigung,
• einer gezielten Ausrichtung der Darstellung auf das Ergebnis der Beweiswürdigung mit kohärenter Anordnung der Argumente und Gegenargumente,
• einer strukturierten Darstellung der Argumentationslinie durch Verknüpfung allgemeiner juristischer (Un-)Glaubhaftigkeitskriterien mit konkreten Inhalten aus den jeweiligen Zeugenaussagen.
Für eine (weit) überdurchschnittliche Bearbeitung der zivilprozessualen Top 5-Klausurtypen ist kein breites, präsentes Fachwissen zur ZPO erforderlich. Entscheidend ist vielmehr gezieltes, examensrelevantes Spezialwissen in ausgewählten Bereichen, das im Wesentlichen den gängigen Kommentaren entnommen werden kann. Die eigentlichen Kernherausforderungen des Assessorexamens liegen prozessual – wie im Materiellen Zivilrecht – in klarer Strukturierung, stringenter Schwerpunktsetzung und überzeugender Darstellung. Gerade weil Kommentartechniken sowie sprachliche Strukturierungs- und Darstellungstechniken in der klassischen Examensvorbereitung nur wenig Raum einnehmen und alle Lehrbücher und Skripte zur ZPO bzw. Zivilgerichtsklausur bei den dominierenden Klausureinkleidungen und -themen relativ oberflächlich bleiben, bieten sich Ihnen als Referendar:in hier vielfältige Möglichkeiten zu deutlichen Verbesserungen Ihrer Bearbeitungs- und Examensergebnisse.
