Klausurtraining im Materiellen Zivilrecht
Einzelbuchung €75,- pro Termin, Paketbuchung €200,- für alle 6 Termine in 2026
Teilnehmerzahl: max. 20 Teilnehmer/innen
Kursdauer: Online per Zoom/Teams samstags von 10.00 bis 13.00 Uhr
Termine 2026:
13.6. Kommentartechnik
18.7. Verkehrsunfallklausuren
8.8. Schadensersatz-/Schmerzensgeldklausuren
12.9. Kaufrechtsklausuren
17.10. Werkrechtklausuren
14.11. Mietrechtsklausuren
(ggf. Zusatz-Termin AGB/Vertragsauslegung)
Dozenten: Emanuel Benning, MSc (Oxon), LLM (LSE), und/oder Dr. Florian Metz
Der Workshop richtet sich an Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare, die ihre Vorbereitung im Materiellen Zivilrecht gezielt auf die statistisch dominierenden Klausurtypen und Prüfungsschwerpunkte der Zweiten Juristischen Staatsprüfung ausrichten möchten (Top 5-Klausurtypen Materielles Zivilrecht).
Im Mittelpunkt des Workshops steht eine vertiefte Auseinandersetzung mit materiell-rechtlichen Klausurtypen und -themen, die in den vergangenen Jahren in den zivilrechtlichen Examensklausuren am häufigsten geprüft wurden (Top 5-Klausurtypen Materielles Zivilrecht). Unsere Auswertung von Examensklausuren zeigt, dass bestimmte aus dem Ersten Examen relevante Rechtsbereiche im Zweiten Examen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, während andere Klausurkonstellationen und Problembereiche sehr häufig – teilweise nahezu in jedem Examenstermin – Gegenstand der Prüfung sind. Zugleich verschiebt sich der Fokus der Aufgabenstellung: Während im Ersten Examen eine kleinteilige Prüfung einzelner Anspruchs- oder Einwendungsvoraussetzungen mit Rückgriff auf präsentes Definitionswissen im Vordergrund steht, verlangt das Zweite Examen eine schwerpunkt- und praxisorientierte Erörterung sowie die sichere Arbeit mit den Kommentaren (hier vor allem Grüneberg BGB).
Die Kursinhalte orientieren sich konsequent an diesen empirischen Erkenntnissen. Wir werden nicht das gesamte Materielle Zivilrecht wiederholen oder einzelne Rechtsbereiche umfassend, aber oberflächlich behandeln. Vielmehr konzentrieren wir uns bewusst auf die Top 5-Klausurtypen und -themen, die in Ihrem anstehenden Examenstermin mit hoher Wahrscheinlichkeit geprüft werden. Überdurchschnittliche bis weit überdurchschnittliche Klausur- und Examensergebnisse lassen sich deutlich einfacher durch eine exzellente Bearbeitung dieser Top 5-Klausurtypen erzielen als durch außergewöhnliche Leistungen in seltenen oder exotischen Konstellationen. Dazu bedarf es einer an die Examensstatistik angepassten Ressourcenallokation und einer vertieften strukturellen Auseinandersetzung mit den dominierenden Klausurtypen im Materiellen Zivilrecht.
Der Workshop soll Ihnen helfen, sich bei den dominierenden Klausurtypen und Examensthemen von den aus dem Ersten Examen vertrauten Denk- und Bearbeitungsmustern zu lösen und diese an die spezifischen Anforderungen des Assessorexamens anzupassen. So liegt etwa bei Verkehrsunfallklausuren im Zweiten Examen das entscheidende Differenzierungspotential nicht mehr auf Ebene einer schematischen Prüfung sämtlicher Anspruchsvoraussetzungen des § 7 Abs. 1 StVG, etwaiger Haftungsausschlüsse nach §§ 7 Abs. 2, 8 StVG oder einer möglichst verschachtelten Darstellung bei Prüfung des § 17 Abs. 1, 2 StVG, sondern insbesondere auf Ebene
• einer strukturierten und überzeugenden Beweiswürdigung (Anhörung der Parteien, Zeugenvernehmung, Sachverständigengutachten), die an der richtigen Stelle in den Prüfungsaufbau integriert wird,
• einer strukturierten Abwägung der Verursachungsbeiträge nach § 17 Abs. 1, 2 StVG bzw. §§ 9 StVG, 254 BGB unter Berücksichtigung der StVO und ggf. des Anscheinsbeweises sowie
• der Prüfung von Schmerzensgeldansprüchen (§ 11 S. 2 StVG) und typischer Schadenspositionen, bei denen die Prüfervermerke regelmäßig die Erörterung bestimmter Aspekte erwarten.
Für eine (weit) überdurchschnittliche Bearbeitung der Top 5-Klausurtypen ist kein breites, präsentes Fachwissen erforderlich. Entscheidend ist vielmehr gezieltes, examensrelevantes Spezialwissen, das im Wesentlichen den gängigen Kommentaren entnommen werden kann. Die eigentlichen Kernherausforderungen des Assessorexamens liegen – wie bei den zivilprozessualen Klausurthemen – in klarer Strukturierung, stringenter Schwerpunktsetzung und überzeugender Darstellung. Gerade weil Kommentartechniken sowie sprachlichen Strukturierungs- und Darstellungstechniken in der klassischen Examensvorbereitung nur wenig Raum einnehmen und alle Lehrbücher und Skripte zum Materiellen Zivilrecht oberflächlich bleiben, bieten sich Ihnen als Referendar:in hier vielfältige Möglichkeiten zu deutlichen Verbesserungen Ihrer Bearbeitungs- und Examensergebnisse.
Der Kurs behandelt die examensrelevanten Top 5-Klausurtypen im Hinblick auf das Materielle Zivilrecht, vor allem aus den Bereichen Verkehrsunfall, Schadensersatz und Schmerzensgeld (insbesondere Tierhalterhaftung und Verkehrssicherungspflichten), Gewährleistung (insbesondere Kauf- und Werkvertrag), Miete, Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche (insbesondere Nachbarrecht und APR) sowie ggf. als Zusatztermin AGB-Prüfung und Vertragsauslegung. Dabei wird das Augenmerk auf professionelle Arbeit mit Kommentaren und auf praxisnahe Darstellung im Urteils- und Gutachtenstil gelegt. Zur Einordnung und Vertiefung werden zudem typische Herangehensweisen aus gängigen Repetitorien und Lehrbüchern kritisch analysiert und verschiedene Darstellungsoptionen transparent gemacht. Der Workshop basiert auf im Laufe der letzten Jahre entstandenen (unveröffentlichten) Skripten zu den einzelnen Themenbereichen unter Auswertung der Examensstatistik, von Prüfervermerken und der BGH-Rechtsprechung.
